Daten basierend auf einer Momentaufnahme von 5.636 aktiven Tech-Stellenanzeigen von 1.066 Unternehmen in ganz Deutschland, erfasst am 26. März 2026 über die Kariyan-Job-Discovery-Engine. Die Zahlen spiegeln einen Punkt-in-der-Zeit wider und werden regelmäßig aktualisiert.
Das Inflationsproblem
Wir haben die Anzahl unterschiedlicher Skills gezählt, die in jeder deutschen Tech-Stellenanzeige unseres Datensatzes genannt werden. Der Durchschnitt: 14,4 Skills pro Anzeige. Der Median, weniger anfällig für Ausreißer, liegt bei 13. Manche Anzeigen verlangen über 25 einzelne technische und soziale Kompetenzen.
Stell dir vor, was das bedeutet. Eine einzelne Stellenanzeige kann nach Python, JavaScript, React, Node.js, AWS, Docker, Kubernetes, CI/CD, SQL, NoSQL, GraphQL, Agile, Scrum und „exzellenten Kommunikationsfähigkeiten" fragen. Niemand ist Expert:in in all dem. Doch so sieht eine typische Anzeige aus.
Skill-Inflation ist nicht einzigartig deutsch, doch die Kombination aus deutscher Gründlichkeit und Risikoaversion macht sie hier besonders ausgeprägt. Hiring Manager und HR-Teams fügen Anforderungen als Versicherung hinzu, je mehr Skills gelistet, desto besser theoretisch der Kandidat. Das Ergebnis sind Stellenbeschreibungen, die ein Einhorn beschreiben statt eine reale Person.
Was Arbeitgeber wirklich wollen
Die Lücke zwischen dem, was eine Anzeige sagt, und dem, was ein Arbeitgeber tatsächlich akzeptiert, ist enorm. In der Praxis erwarten die meisten Hiring Manager, dass Bewerbende 60-70 % der gelisteten Anforderungen erfüllen. Die übrigen Skills sind „nice to have", die in den „erforderlich"-Abschnitt gerutscht sind, weil die Anzeige im Komitee verfasst wurde.
Das hat einen abschreckenden Effekt auf Bewerbungen. Studien zeigen konsistent, dass Bewerber:innen, besonders Frauen und internationale Fachkräfte, sich bei Rollen zurückziehen, in denen sie nicht jede Anforderung erfüllen. Wenn Anzeigen im Schnitt 14 Skills verlangen, schrumpft der Pool derer, die sich qualifiziert genug fühlen, drastisch , obwohl viele Zögernde voll konkurrenzfähig wären.
Die meistbesetzten Rollen
Als wir uns ansahen, welche Rollen das höchste Volumen offener Anzeigen haben, ein Indikator dafür, wo Hiring am aktivsten ist, standen folgende Positionen vorn:
- Full Stack Developer: 282 Jobs (5,0 %)
- Sales Engineer: 195 Jobs (3,5 %)
- IT Project Manager: 182 Jobs (3,2 %)
- DevOps Engineer: ~175 Jobs (3,1 %)
Dass Full Stack Developer die Liste anführt, ist keine Überraschung, diese vielseitigen Rollen passen perfekt zum Trend zu kleineren, cross-funktionalen Teams, die End-to-End liefern. Die starke Position des Sales Engineer ist spannender: Sie spiegelt das Wachstum deutscher B2B-SaaS-Unternehmen, die technisches Talent in kundennahen Rollen brauchen.
IT Project Manager bei 3,2 % bestätigt die frühere Erkenntnis, dass Projektmanagement zu den Top-Skills zählt. Und DevOps bleibt ein Eckpfeiler des deutschen Tech-Hirings, Ausdruck der anhaltenden Investitionen der Branche in Deployment-Automatisierung und Infrastruktur- Zuverlässigkeit.
Wie man eine Stellenanzeige liest
Angesichts der Realität der Skill-Inflation brauchen Bewerbende einen anderen Ansatz beim Lesen von Stellenanzeigen. Statt jeden Aufzählungspunkt als harte Anforderung zu behandeln, konzentriere dich auf drei Dinge: den Kern-Tech-Stack (meist die ersten zwei oder drei genannten Skills), das durch die Rollenbeschreibung implizierte Senioritätslevel und ob die Domäne zu deiner Erfahrung oder deinem Interesse passt.
Ignoriere die Wäscheliste an „auch wünschenswerten" Skills. Konzentriere dich darauf, ob du den eigentlichen Job mit etwas Einarbeitungszeit ab Tag eins machen kannst. Wenn ja, bewirb dich. Das Schlimmste ist, dass du keine Antwort bekommst, und das passiert allen, unabhängig davon, wie viele Skills sie abhaken.
Kariyan geht beim Matching genauso vor wie eine kluge Recruiterin: Es bewertet deine tatsächliche Eignung für eine Rolle anhand von Kern-Skill-Überschneidung und Erfahrungslevel, nicht durch Stichwortabgleich gegen eine aufgeblähte Anforderungsliste.

